LCD-Fernseher: Technik, Vorteile und Nachteile
LCD ist eine noch junge Fernseh-Technologie.
LCD-TVs kamen erst einige Jahre nach den
Plasma-Fernsehern auf den Markt. Die
LCD-Technik gibt es jedoch schon deutlich länger. Sie wurde eigentlich
für Computer-Bildschirme und vor allem Laptops entwickelt. Es war
nur eine Frage der Zeit bis jemand auf die Idee kam,
auch LCD-Fernseher zu bauen. Am Anfang gab es jedoch einige
größere Probleme.
Eines der großen Probleme der LCD-Bildschirme war anfangs das Einbrennen von
Bildern in den Monitor. Dieses Problem wurde technisch im
Laufe der Jahre weitgehend
gelöst. Aber LCD hatte noch einen sehr wichtigen Vorteil gegenüber
den alten CRT (Röhren)-Bildschirmen:
LCD-Bildschirme können viel größer als CRT-Monitore sein -
ohne dass sie den ganzen Schreibtisch zustellen. Ein Laptop ist
mit einen Röhren-Bildschirm wäre ohnehin undenkbar. Also war bei
Computer-Bildschirmen der Vorteil der LCDs riesig. Die Kombination
eines größeren Bildschirms mit der Flachbild-Technik verdrängte
binnen wenigen Jahren die alten
CRT-Monitore fast völlig vom Markt. Bei Fernsehern war die
Entwicklung einige Jahre später ähnlich: LCD-Fernseher sind
inzwischen der unangefochtene Marktführer.
Technik der LCD-Fernseher
LCD steht für "Liquid Crystal Display" (etwa:
Flüssig-Kristall-Bildschirm). Flüssigkristalle sind faszinierend. Ich möchte
nicht allzu tief ins Detail gehen - nur soviel: LCDs sind organisches Material
und funktionieren wie ein Lichtschalter. Ein
LCD-Bildschirm besteht aus tausenden solcher winziger Lichtschalter. Sie werden
vor eine Lichtquelle platziert und lassen Licht durch oder nicht. Wenn man
ganz nah an einen LCD-Computerbildschirm rangeht, kann man die einzelnen Punkte
sogar sehen. Jeder dieser kleinen Bildpunkte (Pixel) auf einem Bildschirm ist ein
Flüssigkristall und wird elektronisch ein- und ausgeschaltet. Je nach Ladung des
Kristalls wird mehr oder weniger Licht hindurch gelassen.
Wie kommen wir nun zu einem Farbbild?
Die Lösung ist verblüffend einfach: Es gibt die drei Grundfarben des
Licht-Spektrums (RGB): Rot, Blau und Grün. Mit diesen drei Farben kann man alle
Farben erzeugen, die das menschliche Auge erkennen kann. Statt einem
Flüssigkristall benutzt man drei Kristalle um ein Farbpixel zu erzeugen. Auch
die alten Farbfernseher (Röhren-Fernseher) und Plasma-Fernseher arbeiten mit
diesem 3-Farben-Prinzip.
Zusammenfassung: Ein
LCD-Bildschirm braucht eine Lichtquelle, Flüssigkristalle und Farbfilter. Je
nach elektrischer Ladung wird eine bestimmte Menge Licht durch die Kristalle
durchgelassen bzw. gefiltert. Durch die Kombinnation aus je einem grünen, blauen
und roten Flüssigkristall, kann man jede denkbare Farbe erzeugen.
Nachteile LCD Fernseher
Bisher klingt alles einfach und toll - man könnte also die Frage stellen:
Warum gibt es eigentlich noch andere TV-Geräte neben LCD-Fernseher auf dem
Markt? Nun, es gibt einige erhebliche Nachteile und einer davon ist ziemlich
offensichtlich: LCDs haben Schwierigkeiten die Farbe schwarz zu erzeugen.
Schwarz ist
keine Farbe, sondern das Nicht-Vorhanden-Sein von Licht. Mit der starken
Hintergrund-Lichtquelle und dem extrem dünnen Bildschirm ist es bei LCD fast
unmöglich gar kein Licht durchzulassen. Schwarz sieht somit bei LCD wie grau aus. Bei Computer-Bildschirmen
war dies nicht so wichtig. Es gibt kaum eine Anwendung, bei der auf
PC-Monitoren unbedingt eine große schwarze Fläche dargestellt werden muss. Bei
Fernsehern ist dies allerdings anders. Aber die Entwickler der
LCD-Fernseher fanden schließlich eine Lösung für das Schwarz-Problem. Das
andere Problem der LCD-Geräte, der vergleichsweise hohe Strom-Verbrauch,
wurde mit dieser Weiterentwicklung gleichzeitig gelöst. Die Lösung war das
Verwenden der
LED-Technik in den LCD-Fernseher. Mehr dazu hier:
LED-Fernseher
Ein anderes Anfangsproblem der LCD-Fernseher war die Geschwindigkeit. Bei
schnell bewegten Bilder kam es zu Darstellungsfehlern. Dies wurde von den
Herstellern mit immer schnelleren Bildschirmen gelöst. Mit einer
Bilderneuerungsrate von unter 5ms (5 Millisekunden) ist dieses Problem
heutzutage befriedigend gelöst.
Alle diese Nachteile sind bei neuen LCD-Fernsehern nun weitgehend nicht
mehr vorhanden. In einem dunkel Zimmer erzeugen Plasma-Fernseher zwar
immer noch schönere Bilder. In hellen Räumen, z.B. in normalen
Wohnzimmern mit Fenster und Tageslicht, hat LCD die wesentlich bessere
Bildqualität. Die LCD-Technik gilt zudem als zuverlässig und robust.
Am Anfang waren die LCD-Monitore alles andere als groß. Den Durchbruch
schafften LCD zuerst im Markt für Geräte unter 40 Zoll (also etwa unter 1
Meter). Das Vordringen in den Großgeräte-Markt dauerte etwas länger. Da es aber bei LCD-Fernsehern kein wirkliches technisches Limit an
Größe gibt, werden nun auch sehr große LCD-Fernseher hergestellt.
Ein Problem gibt es, vor
allem bei großen LCD-Bildschirmen, jedoch immer noch: Sie sind teurer.
Weil LCD mit Hintergrund-Licht arbeiten, kann ein Fehler in einem einzigen
Pixel das ganze Bild ruinieren. Dies gilt erst recht für große
Bildschirme. Es ist für den Hersteller vor allem ein Kostenproblem. Man
muss sehr sorgfältig produzieren oder die Umtausch-Quote bzw. die
Unzufriedenheit der Kunden ist hoch.
Heutzutage bereitet auch
dieses Problem den Fernseher-Herstellern keine schlaflose Nächste mehr. Die Preise von LCD-Fernsehern sind inzwischen konkurrenzfähig.
Vieles deutet darauf hin, dass sich LCD allgemein durchsetzen wird und die
anderen Techniken bald vom Fernseh-Markt verschwinden werden. Es gibt
einfach kaum noch ein überzeugendes Argument für
Plasma-Fernseher. Der einzige Vorteile der Plasma-Geräte
wäre wohl der deutlich niedrigere Herstellungspreis - aber kaum einer der
großen Fernsehgeräte-Hersteller bietet
Plasma-Fernseher derzeit wesentlich günstiger als LED-Fernseher an.
Widescreen
Television (English version)